Weit
über das Wipptal hinaus bekannt, als eine der schönsten Felsschluchten
der Alpen und als Naturwunder gerühmt, bräuchte man die Gilfenklamm
am eingang ins Ratschinger Tal eigentlich nicht mehr lange
zu beschreiben. Und doch gibt es Details, die es wert sind,
vorgestellt zu werden. Da ist einmal die Riesenfichte zu nennen,
die gleich hinter der Ortschaft Stange den Fußweg und die
Auffahrt nach Ratschings beschattet. Mit einem Umfang von
gut 4 Meter ist sie die gewaltigste Fichte des südlichen Wipptales.
Ehe man zur eigentlichen, in weißen Marmor geschnittenen Klamm
gelangt, zieht der Weg durch den langen, wegen der leichter
verwitternden Schiefer weniger spektakulären Schluchteingang
talaufwärts, gesäumt von einer üppigen, vielfach unbeachteten
Schluchtvegetation mit den großen Grundblättern von Huflattich
und Pestwurz, mit Mädesüß und Akelei. Die Klamm selbst fasziniert
mit ihren überhängenden Marmorwänden, mit vielen kleinen in
den Fels geschliffenen Wannen und Kaskaden und mit der vor
allem akustischen ungemein beeindruckenden Urgewalt des Wassers.
In der sogenannten Kirche stürzt der Ratschinger Bach mit
furchterregendem Donner 15 Meter tief in eine ausgehobelte
Felswanne. Die erst 1990 erneuerte Weganlage gewährleistet
auf Aussichtsbrücken und gut gesicherten Felspassagen eine
problemlose und doch abenteuerliche Begehung.
Wegbeschreibung:
Von der Ortschaft Stange (Sitz der Gemeindeverwaltung von
Ratschings) auf gut bezeichnetem Weg zum Taleingang (Riesenfichte;
Einrichtung einer bescheidenen Gebühr bei Mauthäuschen) und
den Bach entlang hinein in die Schlucht. Vor einem Murbruch
auf die im Aufstiegssinne rechte Talseite und etwas steiler
zur eigentlichen Klamm. Au der gut verankerten und gesicherten
Anlage hinauf zum Ausgang bei der Örtlichkeit Jaufensteg.
Abstieg:
Wieder durch die Schlucht zurück
Ein
Stück auf der Ratschinger Straße talauswärts, an der ersten
Abzweigung links kurz hinauf (bezeichnet) und auf einem Wiesensteig
zum Weiler Pardaun. Auf der Trasse des alten Hohlweges durch
Wiesen hinab zum Ausgangsort Stange.
Von
Jaufensteg kurz talein und auf der ersten Höfestraße scharf
nach links (Osten) durch die südliche Talseite, an einigen
Einzelhöfen vorbei zur Ruine Reifenegg (gute Beschilderung).
Durch steilen Wald hinab zum Kassierhäuschen am Beginn des
Schluchtweges.