mit den Gemeinden Sterzing, Pfitsch, Freienfeld, Ratschings, Gossensaß/Brenner


Stadt Sterzing
Ein herbstliches Wanderparadies
Die Seitentäler des Sterzinger Beckens

Von Sterzing zweigen die beiden wichtigsten Täler des oberen Eisacktales ab: geographisch links das Pfitschtal, rechst das Ridnauntal mit dem vorgerückten Jaufental und dem Ratschingser Tal. Sie alle sind Paradiese für Wanderer und Bergsteiger. In das Ridnauntal fährt, wer Natur, Landschaft und Berge liebt. Das Tal zählt nicht viele Einwohner, der Großteil lebt in den Ortschaften Mareit und Ridnaun. Das Ortsbild von Mareit auf 1039 Meter Seehöhe gelegen, prägen die Pfarrkirche zu Hl Pankraz (mit Deckengemälden des Wiener Malers Franz Altmutter) und Schloß Wolfsthurn, ein im 13. Jahrhundert errichtete Wehranlage, die um 1730 die heutige Gestalt eines Barockschlosses erhielt. Franz Altmutter hat wahrscheinlich - zumindest teilweise - auch die Pfarrkirche St. Josef im weiter taleinwärts auf 1342 Meter Seehöhe liegenden Ridnaun geschmückt. Unweit des Dorfes steht die Knappenkirche St. Magdalena mit dem berühmten Stöberl-Altar, der zu den schönsten spätgotischen Flügelaltären zählt. Die im hintersten Tal gelegene Höfegruppe Maiern ist "urig" geblieben, die aufgelassenen Stollen mit den Wohnhäusern der Bergknappen erinnern heute aber mehr an eine "Geisterstadt" als an einen ehemals florierenden Weiler. Beinahe ist man überrascht, an diesem Ort ein sehenswertes Bergbaumuseum und die bereits im Jahr 1390 erwähnte, 1480 umgebaute Knappenkapelle St. Laurentius zu finden. Wer noch mehr Einsamkeit sucht, bricht von Maiern zu einer der Schönsten Wanderungen des ganzen Eisacktales auf: Die Tour führt zu den Sieben Seen, von wo aus der Aufstieg zu mehreren Schutzhütten lohnt. Das am Übeltalferner ansetzende Ridnauntal wird vom Gailbach, auch fernerbach genannt, entwässert. Es war im 12. Jahrhundert ein mit Schildhöfen besetztes Hochtal, das in der Bergwerksgeschichte einen klingenden Namen hat. Zwei Sagen geben über den Beginn des Ridnauner Bergbaues Aufschluß: Die eine berichtet, ein Passeirer Gemsjäger habe auf der Pirsch einen glänzenden Stein aus blankem Silber entdeckt, nach der anderen begegnete dem Gemsjäger eine geheimnisvolle Frau, die ihm die silberadern gezeigt und großen Reichtum versprochen habe, wenn er von der Jagd ablasse. Den Jäger überfiel nach Jahren aber erneut das Jagdfieber, und es trieb ihn hinaus in die Wälder und auf die Höhen der Berge. Von dieser Zeit an versiegten die Silberquellen, und eine große Armut der Menschen war die Folge.

Das Leben in der Natur des Ridnauntales bedeutet harte Arbeit. Abgesehen von den Einnahmen des Fremdenverkehr - mancher Bauernhof dient im Sommer als Pension für erholungsuchende Urlauber - ist der Bauer auf sein hartes Tagwerk angewiesen, oft Tierarzt, Mechaniker und Viehzüchter in einem. Das karge Leben formte einen hilfsbereiten, aber konservativen Menschenschlag, dessen es im Ridnaun allerdings bedarf, denn gerade im Erhalten und Bewahren dieser einmaligen Naturlandschaft liegt das erste Verdienst dieser Menschen. Mit dem Winter und dem ersten Schneetreiben, meist Mitte November, kehrt wieder jene Ruhe ein, die das Tal prägt. Die letzten Wanderungen im Herbst, wenn die Lärche ihre Nadeln goldbraun färbt, bleiben unvergeßlich. Oben an den Rändern der Seen und in den schiefrigen Mulden hat sich die weiße Schneeader bereits festgelegt und wird bis Mitte Juni den dünnen Sonnenstrahlen trotzen. Draußen am taleingang liegt die Ortschaft Stange. Hier mündet, vereint mit dem tosenden Wassertanz der gilfenklamm, die jeder begehen kann, das von der Hohen Kreuzspitze herabziehende Ratschingser Tal in das Ridnauntal.

Der hinterste Weiler dieses Tales heißt Flading, seit Jahrhunderten berühmt wegen der sagenumwobenen Gestalt des Matthäus Haensele vulgo Pfeifer Huisele, der für seine angeblichen Zaubereien - historisch nachgewiesen - im November 1680 in Meran zum Tode verurteilt wurde. Der Überlieferung zufolge soll der "Tiroler Faust" alle Verwandlungskünste beherrscht haben, den Tieren konnte er befehlen, und liebten ihn die Menschen nicht , fügte er ihnen schweren Schaden zu - ein Hinweis darauf, daß er den Menschen verhaßt war - wohl deshalb, weil er sich nicht in ihre Gemeinschaft integrierte. Wie es sich für einen Hexenmeister geziemt, soll Huisele gegen ende seines Lebens Reue gezeigt und versucht haben, den mit dem Teufel geschlossenen Pakt zu annullieren, was aber nicht gelang. So war das Ende fürchterlich: Pfeifer Wurde in Meran vor Gericht gestellt und in siedendes Öl getaucht. Erneut verstricken sich Geschichte und Sage - der "historische" Huisele wurde nämlich geköpft.

Ein knappe Gehstunde südwestlich von Sterzing liegt Gasteig mit dem Josefskirchlein. Hier zweigt das Jaufental ab mit den Hauptorten Außerthal und Mitterthal. In Außerthal steht neben dem Hl. Anton geweihten Kirche die Brunnenkapelle mit einer Holzskulptur Christi, aus dessen Seitenwunde ein Brunnenrohr ragt. Die 1389 geweihte, heute neugotisch ausgestattete Pfarrkirche zur Hl. Ursula im 1240 Meter hoch gelegenen Mitterthal zeigt an der Außenwand Fresken aus dem 14. Jahrhundert. Über die Berghänge des Ratschingser Tales windet sich die Straße, vorbei am Weiler Kalch, zum Jaufenpaß hinauf. Von dort führt die Straße in zahlreichen Serpentinen hinunter in das Passeiertal.

Auf der anderen Talseite von Sterzing, am linken Ufer des Eisack, beginnt mit dem Pfitschtal eine der wildesten bewohnten Landschaften Südtirols. Pfitsch ist ein Tal der Gegensätze: Der Weiler Flains und das Dorf Wiesen, am Eingang des Tales auf 948 Meter Seehöhe gelegen, teilen mit Sterzing das Klima. Die um 1514 erbaute Pfarrkirche zum Hl. Kreuz in Wiesen birgt als besondere Kostbarkeit ein spätromanisches Kruzifix aus dem 13. Jahrhundert. An der Talenge liegt Tulfer; da läßt sich bereits erahnen, was sich darüber, hinter der Wehr des Pfitscher Baches, auftut, denn das 36 Kilometer lange Tal schwingt sich empor zum Pfitscher Joch im Kamm der Zillertaler Alpen. Unterhalb der Felswände raschelt kein Blatt mehr, nur der Wind peitscht über die schroffen Zacken. Die Bergwelt ähnelt einem gewaltigen Riesen, der furchtlos die Zeiten überdauert. Wer hier leben will, muß ebenso rauh und standhaft sein wie der 3509 Meter hohe Hochfeiler mit seinem immer weißen Gletschermantel. Ein besonderer Menschenschlag lebt hier. Alte Leute mit zerfurchten Gesichtern, die von einem harten Leben erzählen. Vielleicht gelten die Pfitscher gerade deshalb als stolze und eigenwillige Patrioten, weil ihnen nichts geschenkt wird und weil ihnen das schier Unmögliche gelang: Das Tal in den Griff zu bekommen. Sie haben auch ein Gotteshaus gebaut fast am Talende, die alte Kirche von St. Jakob. Gotisch ist das Portal, aus der Erbauerzeit stammen der Spitzturm mit den gekuppelten Fenstern und die Sakristei. Im Inneren beeindrucken vor allem die beiden - um das Jahr 1530 von unbekannter Künstlerhand geschaffenen - Statuen des Hl. Petrus und des Hl Paulus am Hochaltar.

[STADT STERZING]


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